Luftverschmutzung korreliert mit dem Asthma-Risiko

Autor: Michael Brendler

Gehen die Abgaswerte wieder zurück, können Kinder auch ohne Inhalator wieder durchatmen. © iStock/agrobacter

Gehen Stickstoff­dioxidwert und Feinstaubbelastung in der Außenluft zurück, verringert das die Asthmainzidenz bei Schulkindern.

Epidemiologische Daten zeigen einen Zusammenhang zwischen Asthma und Luftschadstoffen. So induziere NO2 beispielsweise eine Entzündung und eine Hyperreaktivität der Atemwege, schreiben Dr. Erika Garcia von der University of Southern California und Kollegen. Das mache einen Beitrag bei der Asthmaentstehung durchaus plausibel.

Dass in Kalifornien in den vergangenen Jahrzehnten die Schadstoffbelastung der Luft deutlich abgenommen hat, sollte sich auch in den Zahlen für die Lungenkrankheit widerspiegeln, dachten sich die Forscher. Um diese These zu stützen, griffen sie auf Daten aus drei Stufen der Southern California Children’s Health Study zurück. Innerhalb der untersuchten Kohorten waren 4140 lungengesunde Kinder jeweils von 1993 bis 2001, von 1996 bis 2004 und von 2006 bis 2014 von der 4. bis zur 12. Klasse beobachtet worden. Der Asthmainzidenz bei den Schülern stellten die Autoren die Belastung mit NO2, Feinstaub und Ozon gegenüber.

Von den Kindern, die bei der Erst­untersuchung im Mittel 9,5 Jahre alt waren, erkrankten 525 neu an Asthma, wobei die Inzidenz im Laufe der Untersuchung abnahm. Pro 4,3 ppb* weniger NO2 ermittelten die Forscher einen Rückgang bei den Neuerkrankungen um 20 %, was einer Verringerung um 0,83 neue Asthmafälle auf 100 Personenjahre entspricht.

Durch die Verringerung des Feinstaubs der Partikelgröße 2,5 µm (PM2,5) kam es zu 19 % weniger Erkrankungen und damit zu 1,53 weniger Asthmafällen pro 100 Personenjahre. Für den PM10-Feinstaub und für Ozon fanden sich keine signifikanten Assoziationen. Unklar bleibe, schreiben die Autoren, ob das NO2 selbst das Asthma fördere oder ob es nur einen Indikator für die gesamte Luftverschmutzung darstelle.

* parts per billion

Quelle: Garcia E et al. JAMA 2019; 321: 1906-1915; doi: 10.1001/jama.2019.5357