Mangelnde Konzentration ist Hauptursache für OP-Fehler

Autor: Elisa Sophia Breuer

Häufig basieren postoperative Komplikationen auf menschlichem Versagen der Operierenden. © iStock/devseren

Kognitives Training könnte Chirurgen helfen, potenzielle Defizite besser wahrzunehmen und zu vermeiden.

Etwas mehr als die Hälfte aller unerwünschten Ereignisse post OP sind auf menschliches Versagen zurückzuführen, schreiben der Chirurg Professor Dr. James W. Suliburk vom Baylor College of Medicine in Houston und seine Kollegen.

Bei 182 von insgesamt 5365 Patienten kam es innerhalb von sechs Monaten nach einem chir­urgischen Eingriff zu Komplikationen. In 56,4 % der Fälle konnten die Forscher Defizite in der Performance der behandelnden Ärzte ausmachen. Am häufigsten erhöhten Fehler in der Ausführung die Quote, z.B. durch mangelnde Aufmerksamkeit oder Vergesslichkeit (51 %). Auch während Planung oder Problemlösung (28,6 %) kam es zu folgenreichen Fehlern, seltener aufgrund mangelnder Kommunikation (12,5 %), Teamarbeit (4,7 %) oder weil Regeln verletzt wurden (3,1 %).

Ein kognitives Training, bei dem die Chirurgen lernen, solche Defizite wahrzunehmen und entsprechend zu vermeiden, könnte die Fehlerquoten minimieren, schreiben die Autoren.

Quelle: Suliburk JW et al. JAMA Netw Open 2019; 2: e198067; doi: 10.1001/jamanetworkopen.2019.8067