Diabetische Nephropathie

Definition

Unter dem Begriff der mit Diabetes mellitus assoziierten Nierenerkrankung werden verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst. Sie unterscheiden sich zwar hinsichtlich der Ätiologie und Pathogenese, können aber alle bei unzureichender Behandlung in eine Niereninsuffizienz münden. Die bei der terminalen Nierenschwäche erforderliche Dialyse-Behandlung ist mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden und mindert die Lebensqualität der Betroffenen enorm.

ICD10-Code: E10.2, N08.3

Symptomatik

Die diabetische Nephropathie geht mit bzw. Kardinalsymptomen einher:

  • Proteinurie,
  • Hypertonie,
  • Hyperlipidämie und
  • Ödeme (nephrotisches Syndrom).
Untersuchung

Diagnostisch steht ein regelmäßiges Screening auf renale Proteinausscheidung (Mikroalbuminurie bzw. große Proteinurie) an erster Stelle. Als Maß für die Nierenfunktion werden GFR und Kreatinin bestimmt. Im Stadium der Mikroalbuminurie sind Nierenschäden eventuell noch rückbildungsfähig.

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Bildgebung
© CDC/Public Domain.
Blausen.com staff. Blausen gallery 2014. Wikiversity Journal of Medicine.
Labor

Von einer Mikroalbuminurie spricht man bei Ausscheidungswerten zwischen 30 und 300 mg/l im Spontanurin, bei Werten >300 mg/l besteht eine Makroalbuminurie.   

Differenzialdiagnostik

Verwechslungsgefahr besteht ggf. mit anderen Auslösern einer Proteinurie, z.B. hypertensive Nephropathie und verschiedene Formen der Glomerulonephritis.

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Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie

Therapeutisch stehen die Optimierung der Blutzucker-Kontrolle (HbA1c-Ziel) und eine effektive Blutdrucksenkung (ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorantagonisten) an erster Stelle. Außerdem sollte der Patient die alimentäre Proteinzufuhr reduzieren (60-80 g/Tag) und auf nierenschädigenden Substanzen verzichten.  

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Invasive und Interventionelle Therapie

Wenn sich die Nierenfunktion trotz konsequenter konservativer Therapie verschlechtert, ist im Stadium des terminalen Nierenversagens eine Dialyse-Behandlung indiziert, je nach Alter und Begleiterkrankungen kommt eventuell auch eine Transplantation infrage.

Prävention

Entscheidend für eine wirksame Nephropathie-Prophylaxe sind eine konsequente Reduktion von Blutdruck und HbA1c. Regelmäßige Nierenkontrollen sorgen dafür, dass renale Schäden bereits im Stadium der  Mikroalbuminurie auffallen. 

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Notfallmanagement

Im Stadium der Urämie, ob aufgrund einer terminalen Niereninsuffizienz oder eines akuten Organversagens, ist eine umgehende Dialysetherapie angezeigt. Je nach Begleitumständen (Alter, Komorbidität) kommt eventuell auch eine Organstransplantation infrage.

Forschung

Typ-2-Diabetiker profitieren in doppelter Hinsicht von einer Behandlung mit dem SGLT2-Inhibitor Empagliflozin: Er senkt nicht nur ihr kardiovaskuläres...

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