Cartoon Medizin und Markt

Zusätzlich zu Insulin – SGLT2-Hemmer erhält Zulassung für Typ-1-Diabetes

Zulassung Antje Thiel

Dapagliflozin kann nun ergänzend zur Insulinbehandlung bei Patienten mit Diabetes Typ 1 verwendet werden. Dapagliflozin kann nun ergänzend zur Insulinbehandlung bei Patienten mit Diabetes Typ 1 verwendet werden. © iStock/Natali_Mis

Die Mortalität bei Typ-1-Dia­betes ist nach wie vor erhöht, unter anderem durch Ketoazidosen oder Hypoglykämien. Eine unzureichende glykämische Kontrolle wird hierfür oftmals verantwortlich gemacht. Diese könnte sich nun durch Medikamente verbessern, die zusätzlich zur Insulintherapie gegeben werden.

Der zunehmende Einsatz von Systemen zur kontinuierlichen Glukosemessung zeige, dass selbst Patienten mit einem guten HbA1c-Wert nicht unbedingt gut eingestellt sein müssen. Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen der Zeit im Zielbereich und dem Risiko für mikrovaskuläre Komplikationen, erklärte Professor Dr. David Russell-Jones, University of Surrey, Guildford. Gleichzeitig verzeichne das schwedische Diabetesregister eine steigende Rate von Übergewicht und Adipositas bei Patienten mit Typ-1-Diabetes. „Sowohl bei der glykämischen Kontrolle als auch bei der Rate von Hypoglyk­ämien und Ketoazidosen gibt es also Raum für Verbesserungen“, schloss Prof. Russell-Jones.

Zur Therapieverbesserung könnten SGLT2-Inhibitoren beitragen, wie Dr. Chantal Mathieu, Katholische Universität Leuven, berichtete. In den DEPICT-Studien habe sich gezeigt, dass mit der ergänzenden Gabe von Dapagliflozin (Forxiga®) sowohl der HbA1c-Wert als auch der Insulinverbrauch deutlich absanken. „Allerdings müssen wir noch die geeignete Balance zwischen den Verbesserungen der Stoffwechsellage und den möglichen Nebenwirkungen der SGLT2-Hemmer, wie das erhöhte Risiko diabetischer Ketoazidosen, finden“, meinte Dr. Mathieu.

Dieses Risiko lässt sich nach Einschätzung von Dr. Thomas Danne, Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Hannover, durch gezieltes Monitoring von Ketonen eingrenzen: „Patienten müssen hierfür aber eine Vorstellung davon haben, was in ihrer Lebenssituation normale Ketonwerte sind – etwa wenn sie sich kohlenhydratarm ernähren.“ Die Blutketonmessung erfordere zwar zusätzliches Fingerstechen und auch eigenes Equipment, sei aber deutlich aussagekräftiger als die Urinketonmessung und ermögliche im Falle einer Ketoazidose eine schnelle Diagnose.

Als ergänzende Therapie wurde ­Dapagliflozin nun von der Europäischen Kommission zusätzlich zur Insulinbehandlung bei Patienten mit Diabetes Typ 1 zugelassen, die einen BMI von ≥ 27 kg/m2 aufweisen und bei denen Insulin allein den Blutzuckerspiegel trotz optimaler Einstellung nicht adäquat senken kann.

Quelle: Pressemitteilung und Symposium „SGLT-2­Inhibitors in Type-1-Dia­betes – Quo vadis?“ im Rahmen des ATTD 2019; Veranstalter: Sciarc/Astra Zeneca

Falls Sie diesen Medizin Cartoon gerne für Ihr nicht-kommerzielles Projekt oder Ihre Arzt-Homepage nutzen möchten, ist dies möglich: Bitte nennen Sie hierzu jeweils als Copyright den Namen des jeweiligen Cartoonisten, sowie die „MedTriX GmbH“ als Quelle und verlinken Sie zu unserer Seite https://www.medical-tribune.de oder direkt zum Cartoon auf dieser Seite. Bei weiteren Fragen, melden Sie sich gerne bei uns (Kontakt).


Dapagliflozin kann nun ergänzend zur Insulinbehandlung bei Patienten mit Diabetes Typ 1 verwendet werden. Dapagliflozin kann nun ergänzend zur Insulinbehandlung bei Patienten mit Diabetes Typ 1 verwendet werden. © iStock/Natali_Mis