Epstein-Barr-Virus als möglicher PIMS-Treiber EBV-Reaktivierung: Neue Erkenntnisse zu PIMS

Autor: Nina Arndt

Das pädiatrisch-inflammatorische multisystemische Syndrom bei Kindern gilt als eine seltene, aber schwere Entzündungsreaktion, die einige Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion auftreten kann. Das pädiatrisch-inflammatorische multisystemische Syndrom bei Kindern gilt als eine seltene, aber schwere Entzündungsreaktion, die einige Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion auftreten kann. © Tomsickova – stock.adobe.com

Nach einer SARS-CoV-2-Infektion kommt es bei Kindern in seltenen Fällen zum Entzündungsschock PIMS. Eine Studie zeigt: Die Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus spielt dabei eine Rolle. Die Hemmung von TGF-β könnte neue Therapieoptionen eröffnen.

Das pädiatrisch-inflammatorische multisystemische Syndrom (PIMS) bei Kindern gilt als eine seltene, aber schwere Entzündungsreaktion, die einige Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion auftreten kann. Ein möglicher Auslöser ist einer internationalen Studie zufolge die Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus (EBV). Eingeschlossen in die Untersuchung waren 145 Zwei- bis Achtzehnjährige, die wegen PIMS behandelt worden waren sowie 105 junge Patientinnen und Patienten, die eine Coronainfektion ohne PIMS durchgemacht hatten. Bei den Betroffenen mit Entzündungsschock ließen sich Spuren von EBV und Antikörper sowie spezifische Immunzellen gegen EBV nachweisen. Zudem war die Funktionalität der Immunzellen eingeschränkt.

Aufgrund der Infektion mit SARS-CoV-2 steigt die Produktion des Zytokins TGF-β, das die Funktion der Immunzellen hemmt. Dies führt bei den Kindern zu einem sich hochschaukelnden System, erklärt Dr. Mir-Farzin Mashreghi vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum, Berlin. Aufgrund der eingeschränkten Funktionsfähigkeit der Immunzellen kann sich EBV weiter vermehren und der Körper produziert noch mehr Entzündungszellen.

Die TGF-β-Inhibition könnte eine weitere Therapiemöglichkeit bei PIMS bieten. Die Ergebnisse sind ggf. auch für weitere coronabedingte Krankheiten relevant, denn bei Long COVID spielen inaktive Viren ebenfalls eine Rolle, heißt es abschließend.

Quelle: Pressemitteilung – Charité – Universitätsmedizin Berlin