
Riesenzellarteriitis Schutz vor Sehverlust und Apoplex

Sowohl das Alter als auch eine Hypertonie erhöhen bei einer Riesenzellarteriitis (RZA) das Risiko für Sehverlust oder Schlaganfall. Eine Antikoagulation scheint dagegen vor ischämischen Komplikationen zu schützen, wie eine aktuelle britische Studie zeigt. Eingeschlossen waren 1.946 RZA-Betroffene in einem medianen Alter von 71 Jahren. Von diesen hatten 17 % bei der Vorstellung kraniale ischämische Komplikationen, knapp 60 % wiesen transiente kranielle Symptome auf und gut 12 % extrakranielle ischämische Manifestationen.
Den stärksten Effekt hatten in der multivariablen Analyse eine Antikoagulation (Odds Ratio, OR, 0,21) und das Alter (OR 1,6 für ≥ 80 Jahre versus < 60 Jahre), berichtet ein Team um Dr. Natalie Chaddock von der University of Leeds. Nach Ausschluss einer Antikoagulationstherapie war in Sensitivitätsanalysen neben dem Alter auch eine vorliegende Hypertonie mit dem Auftreten von Komplikationen zum Zeitpunkt der Diagnose assoziiert (OR 1,35).
Auch dem erblichen Risiko gingen die Forschenden in dieser Studie nach: Die genetische Kartierung eines assoziierten polygenetischen Risikoscores für TIA (transitorische ischämische Attacke) wies auf genetische Loci hin, die mit Immun- und Gerinnungswegen zusammenhängen. Ob sich bei einer RZA eine antikoagulative Therapie zusätzlich zu Glukokortikoiden auch in der klinischen Praxis bewährt, müssen weitere Studien zeigen.
Quelle: Chaddock NJM et al. Ann Rheum Dis 2025; 329-340, doi: 10.1136/ard-2024-225515