
Antikoagulation nach Flatterablation Hohe VHF-Rate: Gerinnungshemmung nach Flatterablation notwendig

Bei Vorhofflattern steht man vor der Frage: Ist das die einzige Arrhythmie oder gibt es auch Episoden eines Vorhofflimmerns (VHF)? Insbesondere für die Fortführung der oralen Antikoagulation nach erfolgreicher Flatterablation ist die Antwort relevant, erklärte Prof. Dr. Thorsten Lewalter vom Internistischen Klinikum München Süd.
Erste Untersuchung mit konstantem Rhythmuscheck
Klarheit bringt eine Studie, in der erstmals eine kontinuierliche Rhythmusüberwachung durchgeführt wurde. 100 Teilnehmende, bei denen ausschließlich ein Vorhofflattern bekannt war, erhielten nach der Ablation einen implantierbaren Loop-Rekorder.
Bei 77 von ihnen ließ sich im medianen Follow-up von 24 Monaten ein intermittierendes VHF nachweisen. Die erste Arrhythmie ereignete sich zudem relativ rasch (im Median nach 180 Tagen). „Das ist ein irre hohes Flimmerauftreten nach Flatterablation“, sagte Prof. Lewalter. In einer eigenen Untersuchung mit fünfjähriger Nachverfolgung durch Langzeit-EKG verzeichnete er eine Detektionsrate von 50 %. Nach seiner Ansicht habe sich die Debatte um den Stopp der Gerinnungshemmer jetzt erledigt.
Hinzu kommt, dass etwa die Hälfte der von VHF Betroffenen während der Episoden keine Symptome zeigte. Entsprechende Beschwerden sind laut Prof. Lewalter also kein verlässlicher Parameter, um die Antikoagulation bei Bedarf wieder zu starten. Falls die Therapie nach einer Flatterablation beendet wird, müsse man vorsichtig vorgehen und regelmäßig monitoren. Doch „eigentlich sollte man die Blutverdünnung bei diesen Zahlen fortführen“.
* Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
Quelle: 20. DGK*-Kardiologie-Update-Seminar