Gefahr für Mutter und Kind Antikonvulsiva mit Komplikationen assoziiert

Autor: Sabine Mattes

Wie aus den Daten hervorging, erhöhte die Einnahme von Antiepileptika – unabhängig vom Indikationsgebiet – das Risiko für Schwangerschaftsverlust, vorzeitige Wehen, Präeklampsie, Kaiserschnitt, Gestationsdiabetes und Frühgeburt. Wie aus den Daten hervorging, erhöhte die Einnahme von Antiepileptika – unabhängig vom Indikationsgebiet – das Risiko für Schwangerschaftsverlust, vorzeitige Wehen, Präeklampsie, Kaiserschnitt, Gestationsdiabetes und Frühgeburt. © Igor Link - stock.adobe.com

Die Einnahme von Antikonvulsiva während der Schwangerschaft ist mit einem erhöhten Risiko für Fehl- und Frühgeburten sowie Präeklampsie assoziiert. Dies ergab eine Metaanalyse von 75 Studien mit fast 17 Millionen Schwangerschaften.

Die Einnahme von Antikonvulsiva während der Schwangerschaft kann das Risiko für neuronale Entwicklungsstörungen und Fehlbildungen beim Kind erhöhen. Assoziationen zu anderen Schwangerschaftsrisiken wurden bisher weniger ausführlich dargestellt, erklären Forschende um Dr. Alexander Berry-Noronha von der Universität Melbourne. In einer Übersichtsarbeit analysierten sie Daten aus 75 Studien, die sich explizit nicht auf Missbildungen und Störungen der neuronalen Entwicklung fokussierten. Dabei wurden fast 17 Millionen Schwangerschaften berücksichtigt. 

Wie aus den Daten hervorging, erhöhte die Einnahme von Antiepileptika – unabhängig vom Indikationsgebiet – das Risiko für Schwangerschaftsverlust, vorzeitige Wehen, Präeklampsie, Kaiserschnitt, Gestationsdiabetes und Frühgeburt. Einige davon (Präeklampsie, Kaiserschnitt, Gestationsdiabetes und Frühgeburt) ließen sich allerdings zu großen Teilen auf die Grunderkrankungen der Frauen zurückführen, schränken die Forschenden ein, insbesondere bei Frauen mit Epilepsie. 

Einfluss der Schwere der Grunderkrankung unklar

Bei gleicher Indikation stand eine pränatale Antikonvulsiva-Exposition mit einem signifikant erhöhten Risiko für Schwangerschaftsverluste, einem Apgar Score < 7 nach fünf Minuten und einer Überweisung des Kindes in die Neugeborenen-Intensivstation in Verbindung. Inwieweit der Schweregrad der zugrunde liegenden Erkrankung die Ergebnisse beeinflusste, ließ sich den Daten nicht entnehmen.

Quelle: Berry-Noronha A et al. Neurology 2025; DOI: 10.1212/WNL.0000000000210233