Blaue Zehen oder Trikolore an der Hand? Durchblutungsstörungen zeigen ein farbenfrohes Hautbild

Autor: Sabine Debertshäuser

Verantwortlich für das sogenannte Blue-toe-Syndrom – eine spezielle Form der arteriellen Durchblutungsstörung – sind Ablagerungen der Gefäßwand, die kleinste Blutgefäße im Fuß verstopfen können. Verantwortlich für das sogenannte Blue-toe-Syndrom – eine spezielle Form der arteriellen Durchblutungsstörung – sind Ablagerungen der Gefäßwand, die kleinste Blutgefäße im Fuß verstopfen können. © Lana Kray - stock.adobe.com

Hinter Verfärbungen der Haut können Durchblutungsstörungen und Gefäßschäden  stecken. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchir­urgie und Gefäßmedizin (DGG) erläutert in einer Pressemitteilung, wie verschiedene  Hautveränderungen einzuordnen sind und wann und in welcher Weise therapeutisch vorzugehen ist.

Verantwortlich für das sogenannte Blue-toe-Syndrom – eine spezielle Form der arteriellen Durchblutungsstörung – sind Ablagerungen der Gefäßwand, die kleinste Blutgefäße im Fuß verstopfen können. In solchen Fällen besteht akuter Handlungsbedarf, betont Dr. Thomas Karl, Leiter der Kommission Hygiene, Wunde und septische Gefäßchirurgie der DGG. Dasselbe gelte auch, wenn ein Fuß leichenblass wird und sich Gefühls- und Beweglichkeitsstörungen dazugesellen.

Das Trikolore-Phänomen kann  ein Hinweis auf das eher harmlose Raynaud-Syndrom sein. Gemeint ist damit der anfallsartige Farbwechsel an Fingern und Hand, der vorzugsweise bei Frauen auftritt. Ausgelöst durch Kälte oder emotionalen Stress wird die Haut infolge eines Gefäßspasmus zunächst blass (weiß), infolgedessen weiten sich die Venen (blau), gefolgt von einer reaktiven Hyperämie (rot). Die Therapie besteht in der Vermeidung der auslösenden Reize, z. B. Kälte.

Bronzefarbene Flecken am Unterschenkel lassen eine Veneninsuffizienz erahnen. Die Hyperpigmentierungen entstehen durch den erhöhten venösen Druck, aufgrund dessen Blutfarbstoff ins Gewebe austritt. Nachfolgend können Krampfadern und Ulcera entstehen. Für die Therapie kommen eine Kompressionsbehandlung oder operative Verfahren infrage. 

Nicht immer ist bei schwarzen Hautarealen ein malignes Melanom zu befürchten. Auch Nekrosen zeigen sich auf diese Weise. Eine schnelle Entfernung der abgestorbenen Partien ist essentiell, Menschen mit Diabetes sind besonders gefährdet. Für alle Hautveränderungen im Zusammenhang mit PAVK oder Veneninsuffizienz ist ein Gefäßzentrum die richtige Anlaufstelle, betont Dr. Karl.

Quelle: Pressemitteilung – DGG*

* Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin