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Outcome-Studien weisen neue Wege: Aktueller Status des ADA/EASD-Konsensus-Dokuments vorgestellt

Das ADA/EASD-Konsensus-Dokument soll noch in diesem Jahr final verabschiedet werden. Professor Dr. Deborah J. Wexler, Harvard Medical School, Boston, und Professor Dr. Peter Rossing, Steno Diabetes Center Kopenhagen, Gentofte, präsentierten in Orlando den aktuellen Stand zur medikamentösen Therapie. Metformin und Lebensstilmodifikation bleiben weiterhin die Basis der Therapie des Typ-2-Diabetes. Denn auch in den kardiovaskulären Outcome-Studien mit GLP1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Hemmern erhielten rund 70 % der Patienten Metformin. Die Ergebnisse dieser Studien führten auch zu einer wesentlichen Neuorientierung im Therapiealgorithmus.
Komorbiditäten beeinflussen Therapieentscheidung
Erstmals stellt das Konsensuspapier wichtige Komorbiditäten als Auswahlkriterien für die Hinzunahme bestimmter Medikamente in den Vordergrund. Dominieren kardiovaskuläre Erkrankungen, werden primär GLP1-Rezeptorantagonisten mit bewiesenem kardiovaskulärem Nutzen empfohlen. Liraglutid soll als Mittel der ersten Wahl, gefolgt von Semaglutid und Exenatid, in dem Konsensuspapier erwähnt werden.
Alternativ können SGLT2-Inhibitoren mit belegtem kardiovaskulären Nutzen eingesetzt werden, falls die glomeruläre Filtrationsfraktion ausreichend hoch ist. Hier soll Empagliflozin als Mittel der ersten Wahl und Canagliflozin (in Deutschland nicht verfügbar) als Alternative in dem Papier genannt werden. Prof. Wexler wies darauf hin, dass die Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse in den Outcome-Studien nur gezeigt wurde für Patienten mit etablierter kardiovaskulärer Erkrankung. Bei Patienten mit geringerem kardiovaskulären Risiko ließ sich kein signifikanter Effekt nachweisen. Und es gebe auch keine Evidenz für die Kombination von GLP1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Hemmern, obwohl diese Option bei der Therapieeskalation durchaus sinnvoll erscheint.
Renaler Benefit
Was tun, wenn eine Herzinsuffizienz vorliegt?
Bei Herzinsuffizienz sind SGLT2-Inhibitoren mit bestätigtem Nutzen als Mittel der ersten Wahl vorgesehen. In Outcome-Studien mit diesen Substanzen hat sich eine konsistente Reduktion von Krankenhausaufnahmen wegen Herzinsuffizienz gezeigt. Allerdings handelte es sich um einen sekundären Endpunkt, auf den die Studie nicht primär angelegt war. Und die Mehrzahl der Patienten hatte zu Beginn keine klinische Herzinsuffizienz. Der glukosesenkende Effekt von SGLT2-Inhibitoren nimmt mit steigender Einschränkung der Nierenfunktion ab. Empagliflozin soll bei einer GFR < 45 ml/min nicht eingesetzt werden. Deshalb ist in diesem Fall Liraglutid angezeigt, das auch bei schwerer Niereninsuffizienz (GFR ≥ 30 ml/min) zugelassen ist, obwohl in der LEADER-Studie kein signifikanter Vorteil im Endpunkt Herzinsuffizienz festgestellt werden konnte. Was bei Herzinsuffizienz nicht in Betracht kommt, sind Glitazone und Saxagliptin.Quelle: 78th Scientific Sessions der ADA
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