Spuren der Krebstherapie Psoriasis-Risiko durch Krebstherapie?

Autor: Annette Kanis

Die Schuppenflechte ist eine vergleichsweise seltene Nebenwirkung einer ICI-Therapie, die man nicht außer Acht lassen sollte. Die Schuppenflechte ist eine vergleichsweise seltene Nebenwirkung einer ICI-Therapie, die man nicht außer Acht lassen sollte. © BarTa - stock.adobe.com

Immuncheckpointinhibitoren gelten als Meilenstein in der Krebstherapie, doch sie bergen auch Risiken. Eine taiwanesische Studie zeigt: Das Psoriasis-Risiko verdoppelt sich unter ICI. Besonders Männer und ältere Patienten sind betroffen. Hautpflege wird zur Therapieerfolgssicherung essenziell.

Immuncheckpointinhibitoren (ICI) gelten als revolutionäre Krebstherapie. Doch wie steht es um immunbedingte Nebenwirkungen? Am Beispiel Psoriasis ermittelte eine taiwanesische Studie das Risiko für deren Entwicklung. Die 3.188 Mitglieder der Interventionsgruppe hatten zwischen Januar 2019 und Juni 2021 im Rahmen einer antineoplastischen Therapie ICI gegen Krebs im Stadium III und IV erhalten. Verglichen wurden sie mit 132.042 Kontrollen, deren Behandlung mit anderen Substanzen (Chemo- oder zielgerichtete Therapie) erfolgt war.

Der Nachbeobachtungszeitraum betrug im Durchschnitt 1,46 Jahre, das mittlere Alter der Teilnehmenden 62,94 Jahre, knapp die Hälfte von ihnen war weiblich (45,1 %). Eine Psoriasis trat bei ICI-Anwendenden mit 5,76 Fällen pro 1.000 Personenjahre häufiger auf als bei der Kontrollgruppe – hier waren es 1,44 Fälle pro 1.000 Personenjahre.

Berücksichtigt man demografische Merkmale sowie Begleiterkrankungen, so verdoppelt sich das Risiko, eine Psoriasis zu entwickeln bei einer ICI-Therapie, so die Schlussfolgerung in der Studie. Das Risiko lag am höchsten innerhalb der ersten 180 Tage nach Start der ICI. Untergruppenanalysen zeigten zudem eine Tendenz zu einem erhöhten Risiko bei Älteren und Männern. 

Psoriasis tritt insgesamt relativ selten auf

Da Psoriasis je nach Ausprägung eine sehr belastende chronische Erkrankung ist, sollte das erhöhte Risiko im Zusammenhang mit der Krebstherapiewahl berücksichtigt werden, heißt es in der Studie. Auch wenn die Nebenwirkung insgesamt relativ selten auftrete, sei es wichtig, sich der Möglichkeit bewusst zu sein. So könne man die Hautgesundheit der Behandelten unterstützen, ihnen eine optimale Krebsbehandlung gewährleisten und so eventuellen Therapieabbrüchen vorbeugen.

Quelle: To SY et al. JAMA Dermatol 2024; doi: 10.1001/jamadermatol.2024.4129