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Aussetzen von Trastuzumab verschlechtert Outcome bei Brustkrebs

Die Behandlung des ERBB2-positiven Mammakarzinoms mit Trastuzumab ist vor allem durch Kardiotoxizitäten limitiert: Eine Abnahme der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) bzw. eine klinische Herzinsuffizienz zwingen häufig dazu, die Therapie zu unterbrechen. Welchen Einfluss das auf die Prognose hat, ist bislang nicht eindeutig geklärt.
Am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York identifizierten Professor Dr. Robert S. Copeland-Halperin und Kollegen deshalb alle Patientinnen mit frühem ERBB2-positivem Brustkrebs, die dort zwischen 2004 und 2013 mit dem Antikörper behandelt worden waren. Als vorzeitige Unterbrechung werteten die Forscher ein mindestens sechswöchiges Intervall zwischen geplanten Trastuzumabgaben. Primärer Studienendpunkt war das rückfallfreie Überleben, definiert als die Zeit zwischen Therapiestart und dem Auftreten eines invasiven Rezidivs oder dem Tod.
1396 Frauen wurden von den Kollegen erfasst. Davon mussten 184 die Behandlung unterbrechen – in 124 Fällen aufgrund kardiotoxischer Effekte. Bei 92 Patientinnen verschlechterte sich die LVEF und 32 entwickelten eine klinische Herzinsuffizienz. Insgesamt erhielten 60 Frauen in der Abbruchgruppe eine kumulative Antikörper-Dosis von maximal 56 mg/kg.
Kumulative Dosis anscheinend ausschlaggebend
Nach einem medianen Follow-up von sechs Jahren erlitten 24 % der Teilnehmerinnen mit Therapiepause ein invasives Rezidiv oder sie starben. In der Gruppe von Erkrankten mit kontinuierlicher Behandlung ermittelten die Forscher hingegen eine Rate von nur 13 %. Die adjustierte Hazard Ratio für ein invasives Rezidiv/Tod betrug insgesamt 1,56. Erhielten die Betroffenen kumulativ 56 mg/kg Trastuzumab oder weniger, bezifferten die Autoren die Hazard Ratio mit 1,96. Dies weise darauf hin, dass die Gesamtdosis hinsichtlich des Outcomes eine große Rolle spiele, so die Wissenschaftler.
Sie betonen zudem, dass die meisten Patientinnen eine anthrazyklinbasierte Therapie erhalten hatten. Die Daten seien daher eventuell nicht 1:1 auf andere Behandlungsregime übertragbar. Außerdem sei in neueren Studien gezeigt worden, dass ein asymptomatischer LVEF-Abfall durch engmaschiges Monitoring und eine entsprechende kardiale Medikation – ohne Trastuzumabpause – oft gut in den Griff zu bekommen ist. Onkologen und Kardiologen sollten den Autoren zufolge kooperieren, um so die Chancen zu erhöhen, die Antikörpertherapie planmäßig abzuschließen.
Quelle: Copeland-Halperin RS et al. JAMA Oncology 2020; DOI: 10.1001/jamaoncol.2020.4749
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