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Kutanes Plattenepithelkarzinom: Neu zugelassene Systemtherapie verpasst Leitlinie
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Die S3-Leitlinie für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem kutanem Plattenepithelkarzinom (cSCC) empfiehlt bzw. favorisiert die Teilnahme an klinischen Studien. Hintergrund ist, dass die bis dato verfügbaren Systemtherapien – Chemo und EGFR-Inhibition – für das cSCC nicht zugelassen sind. Diese wurden in Ermangelung anderer systemischer Optionen eingesetzt, wenn lokale Maßnahmen nicht mehr zielführend waren, erläuterte Professor Dr. Ulrike Leiter-Stöppke, Universitäts-Hautklinik Tübingen.
Etwa ein Drittel der Patienten spricht zwar auf diese Optionen an, die Ansprechdauer ist jedoch in der Regel kurz, so die Referentin. Zudem seien die Nebenwirkungen nicht unerheblich, sodass in vielen Fällen unklar bleibt, ob sie letztlich überhaupt von der Therapie profitiert haben. Mit dem ersten zugelassenen PD1-Hemmer Cemiplimab liegen die Ansprechraten mit fast 50 % deutlich höher. Hinzu kommen Betroffene, bei denen sich die Erkrankung stabilisiert.
„Der eigentliche Fortschritt ist jedoch die lange Ansprechdauer“, betonte Prof. Leiter-Stöppke. In der Zulassungsstudie blieben die bereits metastasierten Patienten mit cSCC im Median 18,4 Monate progressionsfrei. Nach einem Jahr befanden sich noch über 60 % der Teilnehmer in anhaltender Krankheitskontrolle. Die mediane Überlebenszeit der Teilnehmer ist bislang nicht erreicht; die geschätzte Zwei-Jahres-Überlebensrate wird mit 70,6 % angegeben. Das sind laut der Expertin Werte, die es so bislang in der metastasierten Situation nicht gegeben hat.
Sie wies darauf hin, dass es eine zweite Studienkohorte gab. In diese waren Patienten eingeschlossen, die ein lokal fortgeschrittenes cSCC hatten und für eine kurative lokale Maßnahme nicht mehr geeignet waren. Diese Subgruppe profitierte in vergleichbarem Ausmaß von dem Antikörper: 43,6 % erreichten eine objektive Tumorrückbildung, darunter 12,8 % komplette Remissionen. Auch in dieser Kohorte zeigten über 60 % der Patienten nach 12 Monaten eine anhaltende Krankheitskontrolle.
In der Regel sind die Patienten bereits alt
Bemerkenswert sei auch das gute Nutzen-Risiko-Verhältnis aufgrund des insgesamt gut vertretbaren Nebenwirkungsspektrums, betonte Prof. Leiter-Stöppke. Wichtig sei dies auch, weil der Altersdurchschnitt bei Patienten mit cSCC deutlich höher liegt als beim Melanom. In der Regel sind die Patienten über 70 Jahre alt, viele über 80 bzw. 85. „Auch diese Patienten lassen sich mit der PD1-Blockade gut und sicher behandeln“, so die Expertin.
PD-L1-Testung ist keine Voraussetzung
Quelle: 29. Deutscher Hautkrebskongress
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